Zugewinnausgleich

Rechtliches zum Thema Ehevertrag

  1. peter
    Der Zugewinnausgleich tritt im Fall einer Scheidung ein, wenn vorher der gesetzliche Stand der Zugewinngemeinschaft bestand. Der Zugewinnausgleich sorgt dafür, dass der Ehepartner, der innerhalb der Ehezeit weniger verdient hat als der andere Ehepartner, nicht benachteiligt wird. Wenn beispielsweise innerhalb der Ehe €100.000 vom einen Ehepartner und €200.000 vom anderen Ehepartner erwirtschaftet wurde, besteht ein Zugewinn von €300.000, der gerecht durch beide Ehepartner geteilt wird.

    Zur Berechnung des Zugewinnausgleichs wird das Anfangsvermögen vom Endvermögen abgezogen. Wenn Partner A mit €10.000 in die Ehe geht und am Tag der Scheidung ein Vermögen von €30.000 besitzt, beträgt der Zugewinn für ihn €20.000. Wenn Partner B mit €10.000 in die Ehe geht und am Tag der Scheidung ein Vermögen von €70.000 besitzt, beträgt der Zugewinn für ihn €60.000. Demnach besteht ein Zugewinn €80.000, was €40.000 für beide Partner entsprechen würde. Zunächst muss jedoch festgestellt werden, was zum Anfangs- beziehungsweise zum Endvermögen zu rechnen ist.


    Anfangs- und Endvermögen

    Um die eben gezeigte Formel zur Berechnung des Zugewinns berechnen zu können wird das Anfangs- und Endvermögen benötigt. Stichtag zur Berechnung des Anfangsbestands ist dabei der Tag, an dem die Zugewinngemeinschaft in Kraft trat, also in der Regel der Tag der Standesamtlichen Trauung, es sei denn, Sie haben vorher bereits einen Ehevertrag abgeschlossen, der diese Regel außer Kraft setzt.
    Zum Anfangsvermögen gehören folgende Werte:

    • Wertpapiere (Aktien, Fonds etc.)
    • Girokonten
    • Sparkonten
    • Autos
    • Immobilien
    • Bausparverträge
    • Lebensversicherungen
    • Darlehen an andere, die noch nicht an Sie zurück gezahlt wurden
    • Sachgegenstände wie Antiquitäten, Bilder etc.

    Verbindlichkeiten wie Kredite oder andre Schulden werden vom Anfangsvermögen abgezogen. Das Anfangsvermögen kann sich jedoch auch im Laufe der Ehe noch ändern. Beispielsweise bei dem Empfang einer Erbschaft. Obwohl man annehmen könnte, dass es sich um einen Zugewinn innerhalb der Ehe handele und daher ins Endvermögen einfliessen müsste, ist das in diesem Fall nicht so. Bei der Berechnung des Endvermögens fließen normalerweise die gleichen Punkte ein, wie bei der Berechnung des Anfangsvermögens.

    Weitere Hinweise

    Der Zugewinnausgleich tritt NICHT automatisch in Kraft, sondern muss von der finanziell benachteiligten Person beantragt werden. Der Anspruch auf den Zugewinnausgleich verjährt jedoch drei Jahre nach dem Tag der Scheidung. Ansprüche müssen in diesem Zeitraum geltend gemacht werden.